Wasserkraft in der Türkei
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Wasserkraft in der Türkei

  • Emissionsreduktion pro Jahr 35.665 t CO2 eq/Jahr
  • Emissionsreduktion Gesamtlaufzeit 356.650 t CO2 eq
  • Laufzeit 10 Jahre

Projektbeschreibung

Das Klimaschutzprojekt „Hamzali Hydroelectric Power Plant“ wird vom General Directorate of State Hydrolic Works (DSI) verantwortet und befindet sich in den Provinzen Ankara und Kirikkale am Kizilirmak, dem längsten Fluss der Türkei. Im Rahmen des Klimaschutzprojekts wurde ein Laufwasserkraftwerk errichtet, das den Höhenunterschied der geografischen Gegebenheiten nutzt, um Strom zu generieren. Es handelt sich um zwei Generatoren mit einer Leistung von 16,7 Megawatt, die pro Jahr etwa 127 Gigawatt Strom erzeugen. Dadurch wird der Anteil von Wasserenergie gegenüber Strom aus fossilen Brennstoffen erhöht.

 

Bei einem Laufwasserkraftwerk befindet sich der Zufluss oberhalb eines Stauwehrs, während der Abfluss dem Kraftwerk nachgelagert ist. Dadurch ist kein Aufstauen von Wasser nötig, wodurch kein nennenswerter Eingriff in den natürlichen Flusslauf erfolgt. Eine Besonderheit des Klimaschutzprojekts ist, dass es die Bewässerung von 9.600 ha Land ermöglicht. Die landwirtschaftliche Nutzung dieser Fläche war zuvor aufgrund von Trockenheit und Kosten, die für die Bewässerung andernfalls angefallen wären, nicht möglich. Zusätzlich fördert das Projekt gemäß den Richtlinien des Clean Development Mechanism (CDM) die nachhaltige Entwicklung vor Ort.

 

Soziale Dimension

Der geringere Einsatz fossiler Energieträger führt zu einer geringeren Luftverschmutzung, wodurch zugleich soziale und medizinische Folgekosten sinken. Durch die Bewässerung von 9.600 ha Land entstehen zusätzliche langfristige Arbeitsplätze im Agrarsektor. Zudem trägt die Bewirtschaftung der Flächen zur Versorgung der Region mit Nahrungsmitteln bei. 85% der regionalen Bevölkerung sind in diesem Sektor tätig. Während der Bauphase und während des Betriebs des Wasserkraftwerks werden zusätzlich Arbeitsplätze geschaffen.

 

Wirtschaftliche Dimension

Der in das regionale Stromnetz eingespeiste Strom verbessert die Stromversorgung der ansässigen Bevölkerung und Industrie, was den Lebensstandard hebt, weitere Arbeitsplätze schafft und insgesamt zur regionalen Entwicklung beiträgt.

Des Weiteren kommt es zur Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zur Energiegewinnung. Der regionale Agrarsektor profitiert auch stark von dem Hydropower-Klimaschutzprojekt, da die Bewässerung der Flächen zuvor aufgrund von hohen Kosten nicht möglich war.

 

Ökologische Dimension

Das Projekt nutzt Wasserkraft zur Stromerzeugung, die andernfalls mittels fossiler Energieträger stattgefunden hätte. Dies reduziert den Ausstoß von Luftschadstoffen, einschließlich Treibhausgasemissionen in Höhe von 356.650 Tonnen CO2-Äquivalenten während der Projektlaufzeit und 35.665 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Durch das Laufwasserkraftwerk wird der natürliche Wasserstand und Flusslauf nicht nennenswert beeinträchtigt.